Gestern hatte ich das Vergnügen, mit Student*innen der LMU München über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Meditation bzw. Achtsamkeit und Psychoanalyse/Psychotherapie zu diskutieren.
Heute veröffentliche ich ein paar Links zu weiterführenden Möglichkeiten der (Online-) Meditation und zu empfehlenswerter Literatur.
Mit einem herzlichen Gruß an die Teilnehmer*innen der Veranstaltung der studentischen Initiative „Die rote Couch“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München am 19.06.2026 – und vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre aktive Teilnahme!
Wo gibt es Anleitungen zum Meditieren im Internet, die empfehlenswert wären?
Ich habe viele angeleitete Meditationen „ausprobiert“ und kann folgende Quellen empfehlen:
- Die Online-Meditationen des Insight Meditation Center, geleitet durch den erfahrenen Meditationslehrer Gil Fronsdal, werden regelmäßig online gestellt. Sie umfassen jeweils ca. 30 min. Meditation in der Vipassana-Tradition. Auf der gleichen Seite finden sich viele Vorträge zu Themen rund um Meditation und Vipassana in der Tradition des Spirit Rock Center, Kalifornien, des Retreat-Zentrums um den bekannten Lehrer Jack Kornfield.
- Die einzige deutschsprachige Quelle für Einsichts-Meditationen, die ich persönlich empfehlen kann, ist die Seite Vipassana Jetzt des Vipassana-Lehrers Adriaan van Wagensveld. Er leitet eine Online-Community von über 100 Teilnehmer*innen, von denen jeden Morgen ca. 40-60 regelmäßig für eine Stunde von 6-7 Uhr meditieren und sich in einem anschließenden Nachgespräch bis 8 Uhr mit Adriaan austauschen. Viele Wochen des Jahres verbringt Adriaan van Wagensveld im Haus Tabor in der Nähe von Koblenz, und leitet dort 4-10-tägige Retreats in der Vipassana-Tradition.
Was kann ich lesen zum Verhältnis von Psychoanalyse, allgemeiner auch von Psychotherapie, und buddhistischer Psychologie?
Einige Leseempfehlungen finden Sie bereits unter meiner Rubrik Bücher.
- Ein Klassiker in der Literatur über Psychoanalyse und Buddhismus wurde bereits 1960 von Erich Fromm, Richard de Martino und Daisetz Teitaro Suzuki herausgegeben. Das Buch „Zen-Buddhismus und Psychoanalyse“ vereint die Redebeiträge einer Tagung, die 1957 in Mexiko stattfand und Vertreter*innen beider „Disziplinen“ in Dialog bringen sollte.
- Wer sich für die Anwendung von buddhistischer Psychologie und Psychotherapie interessiert, ist zudem mit dem Buch „Gedanken ohne Denker“ von Marc Epstein gut bedient. Der amerikanische Psychiater und Psychoanalytiker gehört zu den international bekanntesten Autor*innen zu diesem Thema.
- Von Marc Epstein stammt auch das bisher nur in Englisch erschienene Buch „Psychotherapy without the Self“, das eine Sammlung seiner Aufsätze zum gleichen Thema beinhaltet.
- Im deutschsprachigen Raum gibt es ein Standardwerk zur Achtsamkeit in der Psychotherapie, das von Thomas Heidenreich und Johannes Michalak herausgegeben wurde. Es heißt „Achtsamkeit und Akzeptanz in der Psychotherapie“ und ist im typischen Handbuch-Format verfasst, ein Multi-Autor*innen-Buch, Schwergewicht sowohl physisch als auch inhaltlich
- Neben dem von mir bereits in der Kategorie „Bücher“ vorgestellten Werk „Psychotherapie und buddhistisches Geistestraining“ von Ulrike Anderssen-Reuster et al. finde ich auch das Buch der gleichen Autorin „Buddhistische Basics für Psychotherapeuten“ interessant und informativ.
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