Achtsamkeitspraxis als Psychotherapeut*in

Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie als Psychotherapeut*in auch über viele Jahre wirksame Arbeit leisten können, ohne wesentlich zu erschöpfen oder gar auszubrennen?

Haben Sie – wie ich – während Ihrer Aus- und Weiterbildung bisher zu wenig darüber gelernt, selbstfürsorglich mit sich umzugehen? Oder könnten Sie bereits sagen, dass Ihre jetzige Situation dem entspricht, was für Sie und für Ihre Patient*innen wünschenswert ist?

Vor vier Jahren befand ich mich nach einer Zeit großer familiärer Belastungen am Rande einer schwerwiegenden Erschöpfung. Darum begab ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit, mich wieder zu erholen und gleichzeitig bessere Grundlagen dafür zu schaffen, um nicht erneut in einen solchen Zustand zu gelangen.

Als Psychoanalytiker befand ich mich bereits in einer sehr guten Ausgangssituation:

  • durch langjährige Selbsterfahrung fühle ich mich bereits gut geschützt vor Phänomenen, die im intensiven Kontakt mit Patient*innen während meiner psychotherapeutischen Arbeit entstehen können: empathetic fatigue, burnout, moralische Empörung.
  • viele Grundkonzepte, mit denen ich arbeite, kommen dem, was ich heute als wirksamste Möglichkeit der Selbstfürsorge und der therapeutischen Wirksamkeit betrachte, bereits sehr nahe: Nicht-Wissen, Unsicherheit aushalten, Perspektivwechsel, Akzeptanz, Aufmerksamkeitslenkung
  • durch die Verbundenheit mit meinen Kolleg*nnen, mit denen ich seit Beginn meiner Aus- und Weiterbildung in einem intensiven Austausch stehe, erfahre ich immer wieder ein korrigierendes und wohlwollendes Feedback

Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass ich meinen Patient*innen für die Zeit zwischen den Stunden (zumal in niederfrequenter Psychotherapie) mitunter mehr anbieten müsste als nur ein grundsätzlich sehr wichtiges Vertrauen auf die Wirksamkeit der therapeutischen Begegnung IN den Stunden selbst.

Bei meiner Suche nach geeigneten Wegen stieß ich auf die Jahrtausende alten Traditionen der meditativen Geistesschulung, wie sie in der kontemplativen Psychotherapie und der buddhistischen Psychologie vermittelt wird.

Achtsamkeit als „das Herzstück der buddhistischen Psychologie“ (Harrer 2013) verfügt dabei über vier Funktionen, die uns als Psychotherapeut*innen von großem Nutzen sind:

  • Aufmerksamkeitsregulation
  • Körperwahrnehmung und -bewusstsein
  • Emotionsregulation
  • Perspektivenwechsel

Mit meinem Einführungskurs in die Achtsamkeitspraxis für Psychotherapeut*innen gebe ich Ihnen einen ersten Einblick in diese vier Funktionen.

Mein Anliegen: Ich möchte Ihnen vermitteln, welche Vorzüge eine eigene, regelmäßige Achtsamkeitspraxis für Sie persönlich UND für Ihre Patient*innen hat.

Durch das Erforschen der vier Übungsbereiche der Achtsamkeit, nämlich

  • Körper
  • Gefühlsfärbungen
  • Stimmungen und
  • komplexerer geistiger Phänomene

lernen Sie diese Vorzüge durch eigene Erfahrung kennen.

Die Achtsamkeitsmeditation bietet hierzu einen geeigneten Trainingskontext. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, in einer geschützten und geeigneten Übungsatmosphäre genauer zu erfahren, was Achtsamkeit bewirkt und wie Sie sie mehr und mehr als Alltagspraxis etablieren können.

Wann?

Vier Kurstermine

06.-27. Mai 2026

Mittwochabend
20-21:30 Uhr

Wo?

Online

über Zoom oder eine andere, geeignete Plattform

Wer?

max. 10 Teilnehmer*innen

ärztliche oder psychologische Psychotherapeut*innen (approbiert oder in Aus- und Weiterbildung)

Kurscurriculum

Kurstag 1: Einführung in die Achtsamkeitsmeditation


vier Aspekte der Achtsamkeitspraxis:

  • nicht bewertende Aufmerksamkeit üben
  • die Dinge sehen, wie sie sind
  • präsent im Hier und Jetzt sein lernen
  • erkennen und anerkennen, wie sich alles verändert

Was ist der Nutzen einer eigenen Praxis?

  • eine zugewandte, weise und mitfühlende Antwort finden
  • dem Leiden begegnen

Funktionen der Achtsamkeit

  • Perspektivenwechsel
  • Aufmerksamkeitsregulation
  • Körperwahrnehmung und Körperbewusstsein
  • Emotionsregulation

Geführte Meditation:

  • Achtsame Wahrnehmung des Körpers am Beispiel der Atemmeditation

Q&A: Was brauche ich für den Beginn einer eigenen, den Alltag begleitenden Achtsamkeitspraxis?

Kurstag 2: Ganz und gar Mensch sein – Achtsamkeit der Gefühle


Feedback: erste Erfahrungen mit der eigenen Praxis

  • Hindernisse in der Realisierung
  • Hilfestellung bei der Umsetzung einer regelmäßigen Meditationspraxis

Selbstmitgefühl im emotionalen Auf und Ab des Praxis-Alltags

  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen
  • Resonanz als das Wirkprinzip der Präsenz
  • Platz machen zwischen Reiz und Reaktion: das Prinzip Antwort
  • Nicht-Identifizierung als Weg aus emotionalen Krisen

Geführte Meditation:

  • RAIN – Recognize – Acknowledge – Investigate – Non-Identify

Q&A: z.B. zur Akzeptanz – was hilft mir, mich als fühlendes Wesen anzunehmen?

Kurstag 3: Umgang mit schwierigen Beziehungserfahrungen: Die Herz-Praxis


Feedback: weitere Erfahrungen mit der eigenen Praxis

  • Hindernisse in der Realisierung
  • Hilfestellung bei der Umsetzung einer regelmäßigen Meditationspraxis

Unsicherheit aushalten und mitfühlendes Arbeiten in psychotherapeutischen Prozessen mit Hilfe der vier Qualitäten der „Herz-Praxis“:

  • Liebende Güte
  • Mitgefühl
  • Mitfreude
  • Gleichmut

Geführte Meditation:

  • Metta (liebende Güte) – Die Herz-Praxis in Aktion

Q&A: z.B. zu Empathie vs. Mitgefühl; Gleichmut vs. Gleichgültigkeit

Kurstag 4: Eine eigene Achtsamkeitspraxis etablieren


Feedback: regelmäßig Praktizieren im Berufsalltag

  • Hindernisse in der Realisierung
  • Hilfestellung bei der Umsetzung einer regelmäßigen Meditationspraxis

Ethisches Handeln: Ausdruck eines bewussten Umgangs mit sich selbst und anderen
Wie geben wir weiter, was wir selbst erfahren, ohne unsere Abstinenz zu verletzen?


Geführte Meditation:

  • Was im Weg ist, ist der Weg – Widerstände spüren und mit ihnen arbeiten

Q&A: z.B. welche Möglichkeiten der Fortführung gemeinsamer Praxis gibt es

Vorstellung des Mentoring-Forums für Interessierte (Intervision, Fortführungskurs etc.)

Melden Sie sich an:

Kosten

Einführungskurs „Achtsamkeitspraxis als Psychotherapeut*in“

100 €

i.R.e. Aus- oder Weiterbildung von Umsatzsteuer befreit
sonst 19% Mwst.

50 €

für Ausbildungsteilnehmer*innen


vier Kurstage à 90 min.

Mitschnitt der Vorträge und Bereitstellung auf meiner Kurs-Plattform

Kursmaterialien zum Nachlesen und Weiterüben

Rückerstattung bei Nicht-Teilnahme bis zum Kurs-Beginn

Über mich

Nach vier Jahren regelmäßiger Meditationspraxis gebe ich diese Erfahrungen im Newsletter „Praxis der Präsenz – Berichte aus der Achtsamkeitspraxis eines Psychoanalytikers“, in Supervisionen sowie seit diesem Jahr auch als Meditationslehrer weiter.

Dr. med. Sönke Behnsen arbeitet als Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut und Psychoanalytiker (DPV/IPA) in seiner Praxis in Wuppertal.

Häufig gestellte Fragen

Haben Sie noch Fragen? Vielleicht finden Sie hier Ihre Antwort. Gerne können Sie mir auch über den nebenstehenden Button eine Email schreiben.


Fragen zum Kurs

Wieviel Zeit muss ich für meine Meditationspraxis im Alltag einplanen?

Erfahrungsgemäß dauert es eine Weile, bis sich eine regelmäßige Meditationspraxis etabliert hat. Für den Verlauf unseres Kurses wäre es jedoch gut, wenn Sie sich eine Zeit von ca. einer halben Stunde pro Tag einplanen könnten, um eigenständig zu üben und Erfahrungen zu sammeln.

Wann ist die günstigste Tageszeit, um zu meditieren?

Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Während Viele es schätzen, morgens zu meditieren, bevor die Geschäftigkeit des Alltags beginnt, passt es vor allem in Familien oft nicht in den Tagesplan, und andere Zeiten bieten eher die Aussicht auf einen Moment der Ruhe und Abgeschiedenheit.

Muss ich bereits Meditationserfahrung mitbringen?

Nein. Dieser Einführungskurs setzt keinerlei Vorkenntnisse oder Erfahrungen voraus. Sie schaden jedoch auch nicht – mit dem nötigen Anfänger*innen-Geist können Sie auch als Erfahrene*r von meinem Kurs profitieren.

Ich stamme nicht aus einem psychotherapeutischen Kontext. Kann ich dennoch teilnehmen?

Dieser Kurs richtet sich speziell an angehende oder bereits tätige Psychotherapeut*innen. Ich plane jedoch weitere Kurse auch für nicht in der Psychotherapie Tätige. Gerne können Sie sich dafür vormerken lassen.

Wie zahle ich den Teilnehmer*innen-Beitrag?

Wenn Sie sich angemeldet haben, schicke ich Ihnen per Email eine Bestätigung Ihrer Reservierung mit den Überweisungsdaten. Ihr Platz zur Teilnahme ist sicher, sobald Ihre Überweisung auf meinem Konto eingetroffen ist.

Ich kann leider doch nicht teilnehmen. Wie sind Ihre Rücktrittsmodalitäten?

Wenn Sie Ihre Teilnahme absagen müssen, erstatte ich Ihnen Ihren Beitrag bis zum Beginn des Kurses. Nach Beginn ist keine Rückerstattung mehr möglich.

Beginnen Sie jetzt mit Ihrer Achtsamkeitspraxis als Psychotherapeut*in


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